Ausgabe März 2001

Malaisen einer Staatspartei

"Wir dürfen das Niveau nicht weiter absenken."

Friedrich Merz 1)

Ende 1999 plädierte die damalige Generalsekretärin der ob der Spendenaffäre im allgemeinen und des Finanzgebarens ihres ehemaligen Vorsitzenden im besonderen arg gebeutelten CDU für einen radikalen Schnitt. In einem FAZ-Beitrag läutete sie "die neue Zeit" ein: "Wir kommen nicht umhin, unsere Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. [...] Die Partei muss [...] laufen lernen, muss sich zutrauen, in Zukunft auch ohne ihr altes Schlachtross, wie Helmut Kohl sich oft selbst gerne genannt hat, den Kampf mit dem politischen Gegner aufzunehmen." 2) Folgt man den unter "Tagebuch" firmierenden Auslassungen des ExKanzlers, verstand der nach Abwahl und anschließender Demission vom Parteiamt artig mit dem Titel des Ehrenvorsitzenden dekorierte Kohl ("Auch wenn ich kein Sammler von Ehrentiteln bin meine heutige Berufung zum Ehrenvorsitzenden der CDU empfinde ich als bedeutende Auszeichnung." 3) die Welt nicht mehr.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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