Die Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft hat die vollen 5 Mrd. DM beisammen. In einer groß angelegten Brief- und Telefonaktion sind alle Mitglieder – inzwischen rd. 6 000 – aufgefordert worden, ihren bisher zugesagten Beitrag noch einmal zu erhöhen. Nicht-Mitglieder sind erneut zum Beitritt aufgefordert worden. Die erfolgreich angelaufene Aktion ist noch nicht abgeschlossen und wird weitergeführt. Die Gründungsmitglieder der Stiftungsinitiative haben sich verpflichtet, ihren eigenen Beitragszahlungen einen deutlich höheren Satz zugrundezulegen als sie ihn von den anderen erbeten haben. Sie haben sich darüber hinaus bereit erklärt, eine Ausfallgarantie für den Fall zu übernehmen, daß noch eine Lücke zur Erreichung der vollen 5 Mrd. DM bestehen sollte. Damit hat die Stiftungsinitiative mit früheren Verpflichtungserklärungen ihren Beitrag in voller Höhe erbracht. Sobald ausreichende Rechtssicherheit erreicht ist, und das sollte so rasch wie möglich der Fall sein, kann mit der Auszahlung an die Opfer begonnen werden. Das für morgen anberaumte Gespräch beim Bundeskanzler wird sich im Schwerpunkt um die Frage der Rechtssicherheit drehen.
In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.