2.7. - N a h e r O s t e n. Militärschläge Israels gegen Einrichtungen und Führungspersonen in den besetzten Gebieten sowie Selbstmordattentate von Palästinensern in Israel mit Toten und Verletzten führen zu einer weiteren Eskalation der Gewalt in der Region. Der UN-Sonderbeauftragte Roed Larsen erklärt besorgt: "Alles deutet daraufhin, daß die Waffenruhe wahrscheinlich nicht hält" (vgl. "Blätter", 8/2001, S. 900). Palästinenserpräsident Arafat bezeichnet die gezielte Liquidierung palästinensischer Kämpfer als grobe Verletzung des Waffenstillstandes, verlangt die Einberufung des UN-Sicherheitsrats und erneuert seine Forderung nach Stationierung internationaler Beobachter entlang der Grenze zwischen Israel und den Autonomiegebieten. - Am 4.7. äußert sich der scheidende US-Botschafter in Israel, Martin Indyk, gegenüber der Zeitung "Jerusalem Post" ebenfalls skeptisch: Arafat habe nie der Gewalt abgeschworen und Israel unterlaufe den Friedensprozeß durch das Festhalten an einer expansiven Siedlungspolitik. Eine umfassende politische Lösung halte er in absehbarer Zeit für ausgeschlossen, möglich sei ein Interimsabkommen, in dem die umstrittensten Themen wie der Status Ostjerusalems oder das Schicksal der palästinensischen Flüchtlinge zunächst ausgeklammert blieben.
In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.