Ausgabe Februar 2004

Der Oslo-Mann behauptet sich

Das Amt des Ministerpräsidenten trat er unter Vorbehalt an, bildete zunächst nur eine Übergangsregierung und legte zwischenzeitlich sein Amt ganz nieder. Mittlerweile, mehr als vier Monate nach dem Rücktritt seines Vorgängers, scheint die Position von Ahmed Kurei – bekannt auch als Abu Ala – gefestigt.

Mahmoud Abbas (Abu Masen) hatte am 6. September letzten Jahres sein Amt niedergelegt und dies mit dem Unwillen der israelischen Regierung begründet, ihre in der Roadmap definierten Verpflichtungen umzusetzen und konstruktive Schritte zu ergreifen. Auch warf Abbas der US-Regierung vor, Israel nicht entsprechend unter Druck gesetzt zu haben. Neu ins Amt kam ein Mann, der schon immer als professioneller Technokrat galt und sich lieber mit dem Alltagsgeschäft als mit Strategieplanungen befasst. Ahmed Kurei, der bis zu seiner Wahl zum Regierungschef als Präsident des Palästinensischen Legislativrates amtierte, war nie Guerilla-Kämpfer. Dafür zeigt sich der 68jährige als erfahrener Vermittler zwischen den verschiedenen Fraktionen der palästinensischen Gemeinschaft. Während seiner gesamten Tätigkeit als Sprecher des Palästinensischen Legislativrates vermittelte er etwa erfolgreich zwischen Arafat und den anderen Gruppen innerhalb des Rates.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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