Ausgabe November 2005

Vereinte Nationen: Große Reform klein gemacht

UN-Generalsekretär Kofi Annan nahm in seiner Rede zu Beginn des UN-Millenniums- Gipfels in New York kein Blatt vor den Mund: „Lassen Sie uns offen miteinander reden und ehrlich sein gegenüber den Völkern der Vereinten Nationen.

 

UN-Generalsekretär Kofi Annan nahm in seiner Rede zu Beginn des UN-Millenniums- Gipfels in New York kein Blatt vor den Mund: „Lassen Sie uns offen miteinander reden und ehrlich sein gegenüber den Völkern der Vereinten Nationen. Wir haben immer noch nicht die umfassende und grundlegende Reform erreicht, die ich und viele andere für erforderlich halten1 Das war sein Kommentar zur Vorlage des Dokuments, das dann zwei Tage später vom Gipfel verabschiedet wurde, nachdem mehr als 150 Staats- und Regierungschefs ihre Stellungnahme abgegeben hatten. In vielen Reden fanden sich unverkennbar enttäuschte Hoffnungen und Resignation, in manchen aber auch eine kämpferische Note.

 

Dabei wurde deutlich, dass man weit mehr vom Gipfel und seinem Schlussdokument erwartet hatte: Er sollte eine Strukturreform bringen, die Sicherheitsrat, Generalversammlung, Wirtschafts- und Sozialrat effizienter machen und den Mitgliedstaaten mehr Partizipation ermöglichen sollte. Das Management des Sekretariats sollte verbessert, der Generalsekretär gegenüber der UN-Bürokratie gestärkt werden.

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