Ausgabe November 1994

Kerne und Kerneskerne:

Konzentration aufs Kerngeschäft. Hartes Geld und eine starke Armee

Die „Überlegungen zur europäischen Politik" der CDU/CSU-Fraktion vom 1. September 1994 sind in der Öffentlichkeit vor allem wegen ihrer Vorschläge zur formalen Neustrukturierung der EU beachtet worden. Diese zielen nach eigenen Aussagen darauf, den inneren Zusammenhalt und die Handlungsfähigkeit der EU zu stärken. Zu diesem Zwecke sollen

1. nicht mehr alle EU- Länder durch ihr Veto europäische Politik behindern können,

2. ein fester Kern von zunächst fünf Ländern gebildet werden und

3. Deutschland und Frankreich als „Kern des festen Kernes" ihr gegenseitiges Verhältnis weiter festigen und auf eine „qualitativ neue Stufe" heben.

Festigung allüberall. Da wäre es spannend zu erfahren, was mit der so dringend angestrebten Festigkeit denn angefangen werden soll. Was sollen Kern und Kerneskern tun, wenn sie sich genügend gefestigt haben? Handlungsbedarf gibt es ja genug.

November 1994

Sie haben etwa 26% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 74% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo