Ausgabe Januar 1999

Welches Wachstum hat Zukunft?

Die ökologische Debatte leidet unter einem Dilemma, das bisher nicht Gegenstand einer öffentlichen Diskussion ist: Einerseits wird ökonomisches Wachstum nach wie vor als Schlüssel für die Überwindung von Armut und für die Schaffung von Arbeitsplätzen angesehen. Auf der anderen Seite werden die Ideale der nachhaltigen Entwicklung, nämlich die Bewahrung der Artenvielfalt, der Schutz der natürlichen Ressourcen und ein Wirtschaften im Einvernehmen mit der Natur beschworen. Das Dilemma ist fundamental: Mit dem Wirtschaftswachstum und dem damit verbundenen ansteigenden Verbrauch an endlichen und erneuerbaren Ressourcen verbessern sich zwar weltweit die ökonomischen Indikatoren, die ökologischen jedoch verschlechtern sich: Abnahme der Artenvielfalt, Ausbeutung der Meere, Zerstörung der Urwälder, Aufheizung des Klimas, Verlust der Grundwasserreserven und fruchtbaren Bodens usw.

Aus ökologischer Sicht ist nicht das Wachstum des Bruttosozialproduktes oder anderer statistischer Indikatoren des Volkseinkommens das eigentliche Problem, sondern das Ansteigen der mit dem Wachstum der Güterproduktion einhergehenden Stoffströme, also des Durchsatzes an Materie und Energie. Ein steigender Durchsatz an Materie und Energie erhöht die Belastung der Umwelt, eine Reduktion dieses Durchsatzes hat dagegen einen entlastenden Effekt.

Januar 1999

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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