Ausgabe März 2000

Die Europäische Union und der Fall Österreich

Am 4. Februar dieses Jahres wurde in Wien eine Regierungskoalition aus Österreichischer Volkspartei (ÖVP) und Freiheitlicher Partei Österreichs (FPÖ) vereidigt. Auf dieses seit einiger Zeit absehbare Ereignis hatte es vorab Reaktionen seitens der übrigen EU-Mitgliedsländer und der EU-Kommission gegeben, die wir nachfolgend dokumentieren. Bei der Erklärung der portugiesischen Ratspräsidentschaft im Namen von vierzehn Mitgliedstaaten handelt es sich um eine eigene Übersetzung. Zum "Fall Österreich" vgl. auch die Beiträge von Balduin Winter, Gerda Zellentin und Arthur Heinrich im vorliegenden Heft. - D. Red.

Österreich: Mitteilung der Kommission vom 1. Februar 2000 (Wortlaut)

Am heutigen Montag, dem 31. Januar, unterrichtete der portugiesische Premierminister so wohl den Präsidenten als auch den Kanzler Österreichs und der portugiesische Außenminister seinen österreichischen Amtskollegen über den folgenden gemeinsamen Schritt, den die Staats und Regierungschefs von vierzehn Mitgliedstaaten der Europäischen Union für den Fall der Bildung einer Regierung in Österreich unter Einschluß der FPÖ vereinbart haben.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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