Als König Mohammed VI. im Juli 1999 seinem Vater Hassan II. auf den Thron folgte, wurde er schnell zu einer Symbolfigur für die Hoffnung auf ein demokratisches Marokko. Er bleibt jedoch - trotz einiger Anzeichen für eine Abwendung vom autokratischen Regierungsstil seines Vaters - den Zwängen des autoritären Systems, das er erbte, unterworfen. Die demokratischen Kräfte Marokkos bezweifeln nun, daß einer politischen Reform Aussicht auf Erfolg beschieden sei, wenn nicht zugleich grundlegende Änderungen des Systems erfolgen. Die Marokkaner glauben nicht daran, daß Ungerechtigkeit und Korruption abgeschafft werden können, solange die sogenannten "Stahlmasken" - die alte Garde von Ratgebern, Würdenträgern und hohen Offizieren - an der Seite des Königs sitzen. Doch weder die pro-demokratischen politischen Parteien, die vom Volk isoliert sind, noch die Islamisten, die über keine glaubwürdigen Pläne zur Modernisierung oder Demokratisierung des Landes verfügen, haben das Potential, das autoritäre System herauszufordern. Die politische Krise Marokkos geht über die Probleme, die sich normalerweise mit Liberalisierung und Demokratisierung verbinden, hinaus. Gewöhnlich handelt es sich darum, eine weltliche Macht zu mehr Verantwortlichkeit gegenüber ihren Bürgern zu verpflichten.
Als der Direktor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Ghebreyesus, am letzten Maiwochenende das Epizentrum des derzeitigen Ebola-Ausbruchs im Osten der Demokratischen Republik Kongo besuchte, war dies ein verzweifelter Akt.