Ausgabe Dezember 2001

Mephisto auf Versöhnungskurs?

Libysche Außenpolitik unter Gaddafi

Seit den Attentaten vom 11. September 2001 in den USA scheinen die Grundfesten der Weltordnung nachhaltig erschüttert. Der westlichen Welt wird schmerzhaft bewußt, wie groß die Unkenntnis über die tatsächlichen Vorgänge in der arabischen Welt ist und welch katastrophale Folgen dies haben kann. Bei den Analysen der Ereignisse läßt sich kaum unterscheiden, welche Theorien über Ursachen, Hintergründe und Zusammenhänge aus fundiertem Wissen gespeist oder reine Verschwörungstheorien sind. Durch die simplifizierende amerikanische Einteilung der Welt in Staaten, die die USA im Kampf gegen Terrorismus unterstützen und Staaten, die dies nicht tun, gerät einmal mehr auch Libyen unter Verdacht. Bei allen Ereignissen, die Libyen involvieren, scheint allerdings kaum jemand zu wissen, was sich hinter der Fassade verbirgt.

Scheinbar allmächtig lenkt Gaddafi die Geschicke des Landes und sorgt auf dem internationalen Parkett kontinuierlich für Verwirrung und Unsicherheit. Die libysche Außenpolitik scheint das Ergebnis persönlicher Hybris zu sein, das von anderen Staaten als Provokation empfunden wird. "Viele Handlungen Gaddafis [...] sind denen von Großmächten vergleichbar [...

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