Ausgabe Juli 2003

Tierschutzbericht 2003: den Nutzen im Blick

Ohne große öffentliche Resonanz legte die Bundesregierung im März 2003 den Tierschutzbericht vor, in dem sie über den Stand und die Entwicklung des Tierschutzes in den letzten beiden Jahren informiert. 1 Der achte derartige Bericht setzt sich umfassend mit den einzelnen Aspekten der Lebensbedingungen von Tieren und ihrer Nutzung für menschliche Bedürfnisse auseinander.

Tiere spielen für Menschen auch in hoch entwickelten Gesellschaften eine unverzichtbare Rolle: Sie werden zum Verzehr geschlachtet oder gejagt, als Arbeitstiere eingesetzt, für Tierversuche "verwendet", als Haustiere, im Zoo und im Zirkus gehalten, als Wildtiere oftmals nur geduldet.2 Das Verhältnis von Menschen zu Tieren erhält immer dann eine größere öffentliche Aufmerksamkeit, wenn die Sicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher bedroht erscheint. BSE, MKS, Hühnerpest – das sind einige der Krankheiten, die immer wieder für Schlagzeilen sorgten. Denn Nutztiere sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Im Jahre 2001 gab es in der Bundesrepublik Deutschland über 100 Mio. Hühner, 25,7 Mio. Schweine, 14,6 Mio. Rinder, 2,7 Mio. Schafe.3 Weniger Beachtung erfahren dagegen Informationen über die Bedrohung der frei lebenden Tiere in der Natur: so beispielsweise darüber, dass die Zahl der Brutpaare von Braunkehlchen in Baden-Württemberg in den letzten 30 Jahren von ca. 5 000 auf maximal 1 500 zurückgegangen ist, die Zahl der Steinschmätzer-Brutpaare von ca.

Sie haben etwa 13% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 87% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo