Die Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft hat die vollen 5 Mrd. DM beisammen. In einer groß angelegten Brief- und Telefonaktion sind alle Mitglieder – inzwischen rd. 6 000 – aufgefordert worden, ihren bisher zugesagten Beitrag noch einmal zu erhöhen. Nicht-Mitglieder sind erneut zum Beitritt aufgefordert worden. Die erfolgreich angelaufene Aktion ist noch nicht abgeschlossen und wird weitergeführt. Die Gründungsmitglieder der Stiftungsinitiative haben sich verpflichtet, ihren eigenen Beitragszahlungen einen deutlich höheren Satz zugrundezulegen als sie ihn von den anderen erbeten haben. Sie haben sich darüber hinaus bereit erklärt, eine Ausfallgarantie für den Fall zu übernehmen, daß noch eine Lücke zur Erreichung der vollen 5 Mrd. DM bestehen sollte. Damit hat die Stiftungsinitiative mit früheren Verpflichtungserklärungen ihren Beitrag in voller Höhe erbracht. Sobald ausreichende Rechtssicherheit erreicht ist, und das sollte so rasch wie möglich der Fall sein, kann mit der Auszahlung an die Opfer begonnen werden. Das für morgen anberaumte Gespräch beim Bundeskanzler wird sich im Schwerpunkt um die Frage der Rechtssicherheit drehen.
In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.