Ausgabe März 2013

Baustelle EU und die Krise der Linken

Bild: rowan / photocase.com

Seit gut drei Jahren steckt Europa nun schon in der Krise. Lange schwebte der Euro in Lebensgefahr; erst Mario Draghis Machtwort beruhigte die Lage. Seitdem wettet in den Londoner und Frankfurter Glaspalästen kaum jemand mehr auf die Pleite Athens oder Madrids.

Allerdings knüpften die Notenbanker ihre Interventionsbereitschaft an die Bedingung eisernen Sparens und an neoliberale Strukturreformen. Dieses Austeritätsdiktat stürzt die südeuropäischen Volkswirtschaften immer tiefer in die Rezession. Von Lissabon bis Athen schrumpft die Wirtschaft und die Arbeitslosigkeit steigt. Die mediterranen Schuldenberge sind heute größer als je zuvor.

Unlängst mussten selbst die IWF-Sparkommissare eingestehen, dass sie die negativen Folgen der Kürzungspolitik unterschätzt hatten. Die Ausgabenkürzungen ließen die Wirtschaft der Schuldnerländer mindestens zwei- bis dreimal so stark schrumpfen wie erwartet. Die EU-Kommission korrigierte ihre Wachstumsprognose für 2013 daher bereits nach unten. Dennoch hält die Troika schier unbeirrbar am Spardiktat fest.

Während die Brüsseler Kürzungspolitik Euro-Europa ökonomisch abstürzen lässt und die Errungenschaften der europäischen Arbeiterbewegung frontal angegriffen werden, reagieren große Teile der europäischen Linken, Parteien wie Gewerkschaften, mehr oder weniger hilflos.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema