Ausgabe Februar 2022

Das Gebot der Solidarität: Mit der Impfpflicht aus der Krise

Teilnehmer einer Demonstration unter dem Motto »Impfpflicht - nicht mit uns!« in Düsseldorf, 22.1.2022 (IMAGO / Future Image)

Bild: Teilnehmer einer Demonstration unter dem Motto »Impfpflicht - nicht mit uns!« in Düsseldorf, 22.1.2022 (IMAGO / Future Image)

Wohl nicht erst im Jahr drei der Pandemie fragen sich viele: Wann ist das ganze Elend endlich vorbei? Zwar wird das Coronavirus nach einhelliger Expertenmeinung nicht verschwinden. Doch früher oder später werden wir von einem pandemischen in einen endemischen Zustand übergehen. Dieser wäre erreicht, wenn so viel Grundimmunität in der Bevölkerung vorhanden ist, dass Covid-19 zu so etwas wie der Grippe wird – eine Krankheit, die Jahr für Jahr zirkuliert, mit der man sich immer wieder ansteckt, die für Angehörige von Risikogruppen auch durchaus gefährlich ist, gegen die man sich aber mit regelmäßig anzupassenden Impfungen schützen kann und die nicht mehr das Gesundheitssystem zu überlasten oder die kritische Infrastruktur durch hohe Krankenstände lahmzulegen droht. An diesem Punkt könnte das Leben auch in den Wintermonaten wieder in gewohntere Bahnen zurückkehren. Die Zeitschleife von Kontaktbeschränkungen und Lockerungen würde enden.

Mit der neuen, sich rasant übertragenden Variante Omikron sind wir dieser Situation laut Experten wie Christian Drosten näher denn je. Er hält es für realistisch, dass Länder mit hohen Impf- und Genesenenquoten wie Großbritannien den endemischen Zustand im Laufe dieses Jahres erreichen.

Februar 2022

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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