Ausgabe Juli 2024

Für eine europäische Linke ohne Scheuklappen

Zur Aktualität des Manifests von Ventotene

Altiero Spinelli in Brüssel. Er gilt zugleich als einer der Vordenker des Gedankens der europäischen Integration und des europäischen Föderalismus (IMAGO / Photo News)

Bild: Altiero Spinelli in Brüssel. Er gilt zugleich als einer der Vordenker des Gedankens der europäischen Integration und des europäischen Föderalismus (IMAGO / Photo News)

Wer heute auf die politischen Debatten zu Europa schaut, muss irritiert sein: Ausgerechnet die Rechten haben eine klare, realistische Vorstellung von Europa und wollen die Organe der Europäischen Union für ihr Projekt eines mit einer europäischen Identität ausgestatteten „Europas der Vaterländer“ nutzbar machen.[1] Doch auf der Linken herrscht Flaute, was sich auch in den bitteren Ergebnissen bei der Wahl zum Europäischen Parlament niederschlug. Trotz einer Ubiquität großer und kleiner Narrative[2] findet man kaum linke Strategien zur Gestaltung des europäischen Projekts. Die Linke in ihrer ganzen Bandbreite begnügt sich damit, die Fehler und Defizite der EU zu konstatieren, aber ein Wurf nach vorn gelingt ihr nicht.

»Blätter«-Ausgabe 7/2024

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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