Über Meritokratie und Technofaschismus
Peter Thiel und andere Tech-Ideologen verachten Universitäten wegen ihrer Maßnahmen zur Förderung von benachteiligten Minderheiten. Es geht ihnen aber nicht nur darum, Menschen ausschließlich nach Leistung und IQ zu beurteilen. Letztlich ist für sie das vernunftbegabte Wesen Mensch bloßes biologisches Material, in das stets neu zu investieren ist, um schließlich einen »technologischen Übermenschen« zu schaffen.
Opake Zulassungsstandards haben Meritokratie und Exzellenz an vielen amerikanischen Universitäten verdrängt. Als Konsequenz wird qualifizierten Studierenden aufgrund subjektiver und oberflächlicher Kriterien die Möglichkeit zur Bildung verwehrt. Ohne Meritokratie sind die Campusse zu Brutstätten für Extremismus und Chaos geworden.« Diese Zeilen sind keinem rechten Blog oder Substack-Newsletter entnommen, der sich in die fantasielose Kritik an den zu »woken« Universitäten einzuschreiben sucht. Sie stammen aus einem Stellenangebot von einer der wichtigsten Firmen der Welt: Palantir Technologies.
Das von Peter Thiel mitgegründete und aktuell wohl einflussreichste Unternehmen des Techsektors bewirbt damit sein »Meritocracy Fellowship«, eine Art Praktikumsprogramm, das unter dem Rubrum »College is broken«[1] seit April 2025 potenzielle Bewerber:innen davon zu überzeugen versucht, learning on the job dem Uniabschluss vorzuziehen, kurz: »Überspring die Schulden. Überspring die Indoktrinierung. Hol dir den Palantir-Abschluss.