Ausgabe Juli 2026

Links, demokratisch, wehrhaft

Für eine antifaschistische Sicherheitspolitik der Linkspartei

Am Rande einer Kundgebung anlässlich des vierten Jahrestages des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, 24.2.2026 (IMAGO / Christian Grube)

Bild: Am Rande einer Kundgebung anlässlich des vierten Jahrestages des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, 24.2.2026 (IMAGO / Christian Grube)

Seit Putins Vollinvasion der Ukraine ist Bewegung in die Außenpolitik der Linkspartei gekommen. Doch angesichts der Angriffe auf die Demokratie reicht das nicht. Die Linke muss endlich eine eigene Sicherheitspolitik formulieren – und Position für eine Weiterentwicklung der EU beziehen.

Die Außen- und Sicherheitspolitik gehört traditionell zu den umstrittensten Feldern in der Linkspartei. Kaum ein Thema ist so identitätsbildend, kaum eines berührt ihre Grundwerte in vergleichbarer Weise. Der Grund dafür liegt in einem ideengeschichtlichen Spannungsverhältnis, das die gesamte Linke bis heute prägt: dem zwischen Antimilitarismus und Antifaschismus.

Diese Spannung ist historisch nachvollziehbar. Die Partei bezieht sich auf eine Strömung, die sich im Ersten Weltkrieg in Abgrenzung zum Militarismus des Kaiserreichs und zur Zustimmung der Sozialdemokratie zu den Kriegskrediten formierte. Ihre Parteizentrale in Berlin ist nach Karl Liebknecht benannt, von dem das Zitat stammt: »Der Hauptfeind steht im eigenen Land.« Der Vernichtungskrieg der Nazis machte den Schwur von Buchenwald – »Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!« – zum normativen Bezugspunkt. Und sie stellt sich in die Tradition der Friedensbewegung, die sich im Kalten Krieg gegen die Remilitarisierung der Bundesrepublik, die Einbindung postnazistischer Militärs in die Bundeswehr sowie die atomare Hochrüstung der Nato gewandt hatte.

»Blätter«-Ausgabe 7/2026

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Aktuelle Ausgabe Juli 2026

In der Juli-Ausgabe zeigt Jan Niklas Reiche auf, was die demokratischen Parteien bis zur Wahl in Sachsen-Anhalt noch tun müssen, um eine Machtübernahme der AfD zu verhindern. Thomas Assheuer seziert die essayistischen Elaborate von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und legt offen, worum es ihm im Kern geht: um deutsche Kunst im Dienst eines dezidiert antiliberalen Christentums. Klaus Lederer beschreibt, wie eine autoritäre Internationale gegen queere Menschen und die von ihnen erkämpften Rechte mobil macht. Jan Schlemermeyer plädiert für eine antifaschistische Sicherheitspolitik, die Demokratie als Kernanliegen begreift. Winfried Thaa erinnert an das Gründungsereignis der neuzeitlichen Demokratie – die Amerikanische Revolution und Verfassungsgebung vor 250 Jahren –, die heute durch Donald Trump ausgerechnet am Ort ihrer Entstehung zerstört zu werden droht. Stefan Messingschlager erläutert, was die bilaterale Stabilisierung zwischen Trump und Xi Jinping für Europa bedeutet. Paul Starzmann ergründet, wie weit Wladimir Putins Einfluss in Afrika tatsächlich reicht. Und Friederike Otto erklärt mit Jürgen Habermas, warum die Demokratie zur Bekämpfung der Klimakrise unabdingbar ist. 

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