Ausgabe April 2014

Soros versus Merkel

Bild: DVA

Wohl kaum jemand ist unter Finanz- und Wirtschaftsexperten so umstritten wie der promovierte Philosoph und Milliardär George Soros, der sein Vermögen unter anderem Spekulationen gegen das englische Pfund verdankt. Soros selbst bezeichnet sich als „finanzielle[n], philanthropische[n] und philosophische[n] Spekulant[en]“. Doch auch wenn er sich allzu gern als vom Saulus des skrupellosen Finanzjongleurs zum Paulus des Verantwortungsethikers Gewandelter hofieren lässt, lohnt sich die Lektüre seines neuen Interviewbuchs mit dem „Spiegel“-Journalisten Gregor Peter Schmitz. Gerade die Gesprächsdidaktik macht die Lektüre spannend. Direkt konfrontiert mit der Kritik an den skrupellosen Megaakteuren des neuen Spekulationskapitalismus, gibt Soros einen spannenden Einblick in den Einsatz und die Wirkungen von Zockerinstrumenten. Vor allem aber wendet er sein Insiderwissen über spekulative Finanzmärkte (wie auch zur Vermeidung von Finanzmarktmanipulationen) auf die Eurokrise und das tiefer liegende Politikversagen in der Europäischen Union an. Obwohl die Zahl der affirmativen, aber auch der kritischen Euro-Publikationen kaum noch zu überschauen ist, zeichnen sich seine „Wetten auf Europa“ durch besondere Originalität und Sachkunde aus.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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