Ausgabe März 2015

Verfolgt, aber kämpferisch: Sexuelle Minderheiten in Afrika

Die Situation sexueller Minderheiten in Afrika ist dramatisch: In 36 der insgesamt 55 Länder steht Homosexualität unter Strafe. Auf keinem anderen Kontinent finden sich auf der Weltkarte der Internationalen Vereinigung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LGBTI) so viele rote Flecken – die Farbe steht für lange Freiheitsstrafen oder gar die Todesstrafe.[1] In den letzten Jahren hat sich die Lage der LGBTI-Gemeinde mancherorts sogar noch deutlich verschärft, insbesondere im Afrika südlich der Sahara.

In Uganda setzte Präsident Yoweri Museveni Anfang letzten Jahres ein „Antihomosexuellengesetz“ in Kraft, das bei „besonders schwerwiegenden“ Verstößen, etwa bei wiederholten gleichgeschlechtlichen sexuellen Handlungen, lebenslange Haftstrafen vorsieht. Auch für die „Förderung“ von Homosexualität lässt das Gesetz drakonische Strafen zu, mithin also für jede Ausübung demokratischer Mitwirkungsrechte, sofern sie als „störend“ für die Verbreitung der herrschenden repressiven Sexualmoral empfunden werden. Erst drei Jahre zuvor war LGBTI-Aktivist David Kato in seinem Haus nahe Kampala erschlagen worden. Er hatte eine gerichtliche Verfügung gegen eine Zeitschrift erwirkt, die Namen und Fotos von Menschen veröffentlicht hatte, die angeblich homosexuell waren.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema