Ausgabe November 2015

Bärendienst für den Frieden

Bild: S. Fischer Verlage

Mahatma Gandhi, Martin Luther King, Nelson Mandela, das große Dreigestirn der Weltveränderung durch gewaltfreien Widerstand im 20. Jahrhundert – in dieser Tradition versteht sich Srdja Popovic und er fügt gleich noch einen vierten Namen hinzu: Lech Walesa, der „das Ende des Kommunismus in Europa gebracht“ hat.

„Widerstandsguru“ hat ihn der Berliner „Tagesspiegel“, „Revolutionstrainer“ die „ta- geszeitung“ genannt. Während des Sturzes von Mubarak brachte er es auf die Titelseite der „New York Times“, unzählige Portraits und Interviews von und mit ihm sind erschienen. Kein Zweifel: Dieser studierte Biologe aus Belgrad weiß auf dem Medienklavier zu spielen. Im Jahr 2000 war er mit seiner Organisation Otpor maßgeblich am Sturz von Slobodan Milosevic beteiligt, seither tourt er um die Welt und berät Aktivisten, unter anderem Protagonisten des Arabischen Frühlings. Mit seinem Buch „Protest! – wie man die Mächtigen das Fürchten lehrt“ legt Popovic jetzt ein Art Resumee seiner Arbeit der letzten 15 Jahre vor – gewissermaßen eine Blaupause für gewaltfreien Widerstand, um Diktatoren zu stürzen und Frieden zu schaffen. Und es verdient in der Tat den Titel „Buch des Monats“ – auch wenn das Folgende diesmal ausnahmsweise eher der Abschreckung dienen soll.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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