Ausgabe Februar 2026

Alternativen zum Geist der Ausbeutung

Wirksame öffentlich-private Partnerschaften beinhalten Regelungen, die sicherstellen, dass öffentliche Unterstützung auch einen öffentlichen Mehrwert schafft. Hier zu sehen: Bauarbeiten für ein Windrad (IMAGO / Jochen Tack)

Bild: Wirksame öffentlich-private Partnerschaften beinhalten Regelungen, die sicherstellen, dass öffentliche Unterstützung auch einen öffentlichen Mehrwert schafft. Hier zu sehen: Bauarbeiten für ein Windrad (IMAGO / Jochen Tack)

Während das Weltwirtschaftsforum in Davos unter dem Motto »A Spirit of Dialogue« (Ein Geist des Dialogs) tagt, haben die USA die Kontrolle über die Ölinfrastruktur Venezuelas übernommen und eine »unbefristete« amerikanische Verwaltung der Erdölreserven des Landes eingerichtet. Gleichzeitig erpressen sie die europäischen Länder mit ihrer Forderung nach Grönland. Die Diskrepanz zwischen dem Aufruf des Forums zum Dialog und der Aggression der USA – zwischen den Teilnehmern in Davos und der sich heute abzeichnenden globalen Unordnung – ist, gelinde gesagt, erschütternd. 

Die Intervention der USA in Lateinamerika mag neue Formen annehmen, aber die Inbesitznahme der Ölinfrastruktur erinnert an frühere Ressourcenraubzüge. Während die Teilnehmer in Davos sich an den Nuancen des Stakeholder-Kapitalismus abarbeiten, werden die alten Regeln der Machtpolitik und der Abschöpfung von Ressourcen erneut rigoros durchgesetzt. Der niederländische Historiker Rutger Bregman hat das Spektakel von Davos 2019 mit chirurgischer Präzision auf seinen Kern reduziert: »Steuern, Steuern, Steuern. Alles andere ist Bullshit.« Mit diesen wenigen Worten deckte er die Kluft zwischen Rhetorik und Realität auf, zwischen dem Gerede von gemeinsamem Wohlstand und der Praxis der Vermögenskonzentration. 

Natürlich sollten Unternehmen fair ihre Steuern zahlen.

»Blätter«-Ausgabe 2/2026

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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