Ausgabe Juni 2016

Handys für die Kriegskasse

Jedes Jahr ein neues Smartphone oder ein neues Tablet – mit diesem Angebot buhlt die Telekom derzeit um Kunden. Schon jetzt verschwinden unzählige vermeintlich „alte“ Handys nach kurzem Gebrauch in der Schublade – und mit ihnen die darin verarbeiteten Rohstoffe, an denen – zumindest metaphorisch – oftmals Blut haftet.

Frank Poulsens preisgekrönte Dokumentation „Blood in the Mobile“ zeigt am Beispiel der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) eindrücklich, wie die für Handys, Computer und Tablets benötigten Mineralien bewaffnete Konflikte finanzieren. Bislang sind dem kongolesischen Bürgerkrieg rund fünf Millionen Menschen zum Opfer gefallen, bis zu zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht.[1] Am Leben gehalten wird der Krieg nicht zuletzt durch Erlöse aus dem Handel mit begehrten Ressourcen: Durch Tantal, das aus Coltan gewonnen wird, können etwa besonders kleine Kondensatoren mit zugleich vergleichsweise hoher Kapazität hergestellt werden; Zinn hingegen wird als Verbindungsmetall beim Lötprozess benötigt.[2]

Gegen den auch andernorts konfliktbehafteten Rohstoffhandel und die menschenunwürdigen Bedingungen in den Minen regt sich zunehmend Protest. Mit freiwilligen Initiativen versuchen einige Hersteller, ihr schlechtes Image aufzubessern.

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In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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