Ausgabe Januar 1990

Die Karten werden neu gemischt

Die Neue StudentInnenbewegung und die organisierte Hochschullinke

Die StudentInnenbewegung des Wintersemesters 1988/89 überraschte und verblüffte nicht nur die breite Öffentlichkeit sondern ebenso die organisierte Linke an den Hochschulen. Recht bequem eingerichtet in den linken Nischen der studentischen Selbstverwaltung und mit sich selbst ausreichend beschäftigt, mußte die Linke hilflos mitansehen, wie eine Bewegung an ihr vorbei entstand, die sich in althergebrachte Kategorien nicht einordnen ließ. Die "neue StudentInnenbewegung" legte eine Krise der Hochschullinken offen, deren Überwindung gerade auch in der genauen Analyse dieser Bewegung liegt. Die Proteste konstituierten sich dezentral, hatten einen spontanen Charakter und unterlagen einer starken Ungleichzeitigkeit.

Als Ausgangspunkt kann der landesweite Streik an den hessischen Fachhochschulen Anfang November 1988 angesehen werden, der den Anstoß für die Streikbewegung an der J.W. Goethe-Universität in Frankfurt gab. Der am 23. November 1988 begonnene Streik an der Uni Frankfurt, der zu seiner Hochzeit alle 21 Fachbereiche einbezog, wirkte wie eine Initialzündung. Es entstand bis Mitte Januar 1989 eine Bewegung, die die gesamte Republik erfaßte; an mehr als jeder dritten Hochschule (FHen eingeschlossen) fanden Aktionen statt. Konkrete Anlässe waren meist regionale oder hochschulinterne Entwicklungen, z.T.

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