Ausgabe Mai 1991

Die wirtschaftliche Lage in Ostdeutschland

Das Bundesministerium für Wirtschaft hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) beauftragt, die „Anpassungsprozesse" in Ostdeutschland zu beobachten und vierteljährlich darüber zu berichten. Der erste vorliegende Bericht („DIW-Wochenbericht", 12/1991), dem u.a. auch das Institut für angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) der ehemaligen DDR zugearbeitet hat, zeichnet ein ungünstiges Bild der Situation der DDR-Wirtschaft zum Jahresbeginn 1991 und der Perspektiven fürs laufende Jahr.

Vor allem die industrielle Produktion ist auf ein Niveau abgesunken, daß man fast versucht ist, vom Verschwinden der Industrie der DDR zu sprechen. Dies in einem Gebiet, das noch vor kurzer Zeit als zehntgrößtes Industrieland der Welt bezeichnet wurde. 1987 urteilte das DIW über die DDR-Wirtschaft: „Die DDR ist im RGW überhaupt das Land mit dem höchsten ökonomischen Leistungsniveau." („DIW-Vierteljahreshefte", 1-2/1987, S. 81) Und noch im Sommer 1989 erteilte das DIW der DDR-Wirtschaft recht günstige Noten. (Vgl. „Blätter", 5/1990, S. 629 ff.

Mai 1991

Sie haben etwa 41% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 59% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo