Ausgabe April 1992

Hochschulen als Standortfaktor

Zu Beginn des Wintersemesters 1991/92 sorgte die Ankündigung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), den sog. "Öffnungsbeschluß" von 1977 nicht mehr mittragen zu wollen, für einiges Aufsehen. Damals vor 15 Jahren kamen die Regierungschefs von Bund und Ländern darin überein, die Hochschulen weiter im Prinzip für alle Studienberechtigten offenzuhalten. Komplementär dazu verständigten sich allerdings die Finanzminister, daß die Phase des Hochschulausbaus vorbei sei. Wachsende Studierendenzahlen sollten mit im wesentlichen konstant bleibender personeller und materieller Grundausstattung aufgefangen werden.

So kam es auch. Seitdem stieg die Zahl der Studierenden noch einmal um zwei Drittel, um heute die Rekordmarke von 1,76 Millionen zu erreichen - innerhalb der gleichen Grundausstattung und der gleichen Strukturen wie 1977. Mittelfristig orientiert sich die Kultusministerkonferenz (KMK) an einem Wachstum auf 2 Millionen oder fast 40% eines Altersjahrganges. Mehr noch: Industrie, SPD und vorerst - Teile der Regierungsparteien plädieren für die verstärkte Öffnung der Hochschulen für Berufstätige, d.h. für eine Entprivilegierung des Abiturs als Regelzugang.

April 1992

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