Ausgabe April 1993

Sameness und Affirmative Action

Gleichstellungspolitik in den USA

Reiseimpressionen 1) und Skizze der US-Gleichstellungspolitik

Mit dem Wissen von und Interesse an der amerikanischen Frauenförderpolitik in die USA gereist, habe ich natürlich nach Indizien für die Wirksamkeit, oder besser Sichtbarkeit des amerikanischen Gleichstellungsregelwerks gesucht. Als erstes fiel mir die im Vergleich zur BRD recht hohe Zahl von Frauen in den sog. "Nontraditional"-Berufen auf, wie z.B. Busfahrerinnen oder Polizistinnen. Auch in der Bauindustrie arbeiten in den USA erheblich mehr Frauen als in der BRD. Dies hat inzwischen dazu geführt, daß das eine Baustelle anzeigende Schild "men at work" immer mehr ersetzt wird durch eines mit der Aufschrift "people at work". Auch in der tiefsten Provinz demonstrierte mir die Stellenanzeige "Help wanted. Equal Employment Opportunity Employer. Male/female" an einer Tankstelle "in the middle of nowhere", daß Gleichstellungsbemühungen sich nicht auf die amerikanischen Städte beschränken.

Ein weiteres Indiz ist, daß in amerikanischen Zeitungen Stellen nicht geschlechtsspezifisch ausgeschrieben werden 2). Das erste, was am amerikanischen Gleichstellungsregelwerk auffällt, ist die Vielzahl von unterschiedlichen Gesetzen und Regelungen.

April 1993

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Flucht vor der Verantwortung: Lieferkettengesetze am Ende?

von Merle Groneweg

Der 11. September erinnert nicht nur an den Einsturz des World Trade Centers in New York, sondern auch an eine der schwersten Katastrophen in der Textilindustrie: den Brand in der Fabrik Ali Enterprises in Karatschi, Pakistan.

Ohne EU-Mindestlohn kein soziales Europa

von Roland Erne

Nach Jahren antisozialer Politik infolge der Finanzkrise von 2008 standen soziale Fragen in der vergangenen Legislatur der EU wieder weiter oben auf der Agenda. Zwischen 2022 und 2024 verabschiedeten das EU-Parlament und der Rat seit langem wieder mehrere soziale EU-Gesetze, darunter die Richtlinie über „angemessene Mindestlöhne in der Europäischen Union“.