Ausgabe September 1994

Rede von US-Präsident Bill Clinton vor dem Brandenburger Tor am 12. Juli 1994 (Wortlaut)

 Bürger des freien Berlin,

Bürger des vereinten Deutschland,

Herr Bundeskanzler,

Herr Regierender Bürgermeister,

Berliner in der ganzen Welt!

Ich danke Ihnen für die Begrüßung in Ihrer faszinierenden Stadt. Wir stehen gemeinsam dort, wo das Herz Europas gespalten wurde und wir feiern die Einheit. Wir stehen dort, wo rohe Betonmauern Mutter und Kind trennten und wir kommen als eine Familie zusammen. Wir stehen dort, wo diejenigen, die ein neues Leben anstrebten, den Tod fanden - und wir sind von tiefer Freude über die Erneuerung erfüllt. Bürger Berlins! Sie haben Ihren langen Kampf gewonnen. Sie haben bewiesen, daß keine Mauer auf ewig die gewaltige Kraft der Freiheit einsperren kann. Und innerhalb weniger Jahre wird ein amerikanischer Präsident ein Berlin besuchen, das erneut Sitz Ihrer Regierung ist. Ich verspreche Ihnen heute: Eine neue amerikanische Botschaft wird in Berlin stehen. Vor einem halben Jahrhundert wurde Berlin geteilt, vor 33 Jahren die Mauer errichtet. In dieser Zeit lebte die eine Hälfte dieser Stadt eingeschlossen, die andere Hälfte versklavt.

Eine Kraft jedoch hatte Bestand: Ihr Mut. Ihr Mut hat sich auf vielerlei Weise gezeigt. Als der kühne Mut des 17. Juni 1953, als die im Osten Gefangenen Steine gegen die Panzer der Tyrannei warfen.

September 1994

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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