Ausgabe Januar 1995

Imitationen des Lebens

Luftaufnahmen von Köln, dann der Dom, der Hauptbahnhof mit der Rheinbrücke. Ein Zug fährt ein, ein junger Mann steigt aus. Kameraschwenk von seinen Schuhen hoch, ein schönes altes GründerzeitStadthaus wird sichtbar: Ecke Schillerallee - Hölderlinstraße. Chris kommt von der Bundeswehr zurück, seine Eltern haben hier eine Bäckerei. Schon im Treppenhaus eine zufällige Begegnung: Zwei junge Girls suchen eine Wohnung und haben die gardinenlosen Fenster im Dachgeschoß entdeckt, Chris' Oma ist die Hausbesitzerin, er macht sie mit den zukünftigen Mitbewohnerinnen bekannt.

Wenn er die restlichen Mitglieder der Familie begrüßt, erfahren wir, daß der Vater des heimgekehrten Sohnes aus ihm einen Rechtsanwalt machen will, Chris aber will nicht Jura studieren, sondern unbedingt zur Polizei: "Ich würd gern irgendwas tun, irgendwie helfen. (...) Als Polizist ist man näher dran" (!?), und später nennt ihn deswegen jemand einen "Idealisten". Schneeballprinzip. Auch der Ostberliner Bruder, mit dem sich Chris' Mutter anläßlich der Deutschen Vereinigung verzankt hatte, kommt sein Glück in Köln suchen und wird aufgenommen mitsamt Tochter Antonia, mit der es etwas auf sich hat, was wir noch erfahren werden. Auch er kommt neu in das Haus und ist so neugierig wie wir Zuschauer.

Januar 1995

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