"Ich bin Burkhard Driest, Sie kennen mich." Ja, das war doch der, mit dem in der Talkshow die Romy Schneider geflirtet hat. Das ganze Fernsehvolk fragte sich damals, was wohl nach der Sendung passiert ist. Jetzt durfte er (am 8.4. in der ARD) eine eigene Show machen, und nun soll alles in der Sendung passieren: "Geheimnisse darf's in meiner Show keine geben", denn "wer ehrlich sein will, muß die Hosen runterlassen". Na klar doch: Daß die Private Life Show eine Parodie sein sollte, haben viele Zuschauer (so die Analyse der Anrufe während der Sendung) nicht gemerkt. Sie verfolgten mit Spannung, wie sich zwei Kandidaten den Zumutungen eines rüden Showmasters fügten, weil sie viel Geld dafür kriegen sollten. "Heute abend startet eine neue Ära im Fernsehen, und damit im Bewußtsein der Menschen. Wir leben auf einem Planeten der Angst. (...) Es ist an der Zeit, daß wir die inneren Verstecke verlassen, um mit der Angst aufzuräumen" - mit dieser bombastischen Begründung wurde das sensationslüsterne Eindringen in die Privatsphäre legitimiert, und ein Wissenschaftler lieferte von Zeit zu Zeit eine Psychoanalyse des Spielstandes (dafür war wohl die im Abspann genannte Universität Kaiserslautern zuständig).
In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.