Ausgabe September 1995

Zeit ist (kein) Geld

Widersprüchliche Erfahrungen mit dem VW-Modell

 Die Vereinbarung über die "Vier-Tage-Woche" im Volkswagen-Konzern läuft Ende Dezember aus. Über die Zukunft des vielbeachteten arbeitszeitpolitischen Modells wird bereits wieder verhandelt. Die Mehrheit der Betriebsräte befürwortet eine Verlängerung der auf zwei Jahre befristeten Übereinkunft, die die Arbeitszeit der meisten Beschäftigten um 20 Prozent reduziert hat. Die Garantie des Vorstands, auf Entlassungen zu verzichten, wurde mit zum Teil kräftigen Einkommenseinbußen erkauft. Vor dem Hintergrund ihrer praktischen Erfahrungen im Lebensalltag schätzen Teile der Belegschaft die vielgerühmte "VW-Lösung" kritischer ein als die Öffentlichkeit und auch als ihre eigenen Interessenvertreter. Gewerkschaftsnahe Wissenschaftler bewerten die Vereinbarung als einen Wendepunkt in der Tarifpolitik

. Der VW-Vertrag habe "die Vorreiterrolle für einen neuen Typ temporärer Arbeitszeitverkürzungen zur Beschäftigungssicherung übernommen".

September 1995

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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