Ausgabe Juli 1996

Den Westen erneuern

Plädoyer für eine transatlantische Union

Folgt man den meisten westeuropäischen Politikern, so steht der Europäischen Union eine doppelte Aufgabe bevor: Vertiefung plus Erweiterung. Ähnliches gilt für die NATO. Dort sollen Strukturveränderungen für mehr Flexibibtät sorgen; zugleich ist die Erweiterung der Allianz um mittelosteuropäische Staaten geplant. Charles A. Kupchan zufolge sind dies Kursvorgaben, die auf das Ende des Westens hinauslaufen. Seines Erachtens kann die Erneuerung des Westens nur von der Bildung einer Transatlantischen Union ausgehen, die sowohl die EU als auch die NATO umfassen würde.

Doch beide Organisationen dazu hatten tiefgreifende Veränderungen zu durchlaufen. Die EU würde auf bundesstaatliche Ambitionen verzichten und statt dessen ihren Binnenmarkt nach Osten wie nach Nordamerika ausdehnen. Die NATO nähme Abschied von der Fixierung auf die Verteidigung des Bündnisgebietes und würde sich der Wahrung kollektiver Sicherheit widmen. Diesen nicht eben alltäglichen approach, zuerst vorgestellt in "Foreign Affairs" (Mai/Juni 1996) unter dem Titel "Reviving the West", stellen wir erstmals in deutscher Sprache zur Diskussion. D. Red.

Am Ende dieses Jahrhunderts hat der Westen allen Grund zur Freude. Die fundamentalen ideologischen Gegensätze und geopolitischen Spaltungen der letzten Jahrzehnte existieren nicht mehr.

Juli 1996

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Mai 2020

In der Mai-Ausgabe analysiert der Historiker Adam Tooze das radikal Neue der Coronakrise, deren ökonomische Folgen uns noch auf Jahrzehnte beschäftigen werden. Die Politikwissenschaftler Kurt M. Campbell und Rush Doshi zeigen, wie sich China im Kampf gegen die Pandemie als neue globale Führungsmacht positioniert – vor allem gegen die USA. Der Historiker Yuval Noah Harari mahnt, dass wir Herausforderungen wie Covid-19 nur in globaler Kooperation bewältigen können. „Blätter“-Redakteur Albrecht von Lucke erörtert, wie sich die Demokratie gegen den Ausnahmezustand bewähren kann – und muss. Und Simone Schlindwein, Ellen Ehmke, Jessé Souza sowie Franziska Fluhr widmen sich den Folgen der Coronakrise für den globalen Süden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema