Ausgabe Juni 1996

In eigener Sache

7 452 bezahlte "Blätter"-Abonnements verzeichnet der IVW-Bericht für das 1. Quartal 1996. Viel für ein Periodikum dieser Qualität - aber zu wenig.

Gewiß, 1989 hätten wir keine Wetten darauf abgeschlossen: sieben Jahre später werden die Blätter mehr zitiert, besprochen und nachgedruckt als je zuvor. Auch heute sind sie die mit Abstand größte unabhängige Politikzeitschrift im deutschen Sprachraum. Kontinuität und Erneuerung: Ein Drittel der heutigen Abonnentinnen und Abonnenten sind seit 1990 neu zu den Blättern gestoßen rund 2 500! Kaum ein politik- oder sozialwissenschaftliches Periodikum erreicht mit seinem Abo-Stamm die Größenordnung der von den "neuen Blättern" zugewonnenen Zahl. Ebenso verblüffend für die Zeitschriftenszene ist eine andere Größe: über 3 000 Abonnentinnen haben den Blättern seit 1981 und länger die Treue gehalten. Kontinuität und Erneuerung. Ein Projekt, in dem Leben steckt. Ein Lernprozeß mit langem Atem.

Soweit die guten Nachrichten...

Aber die Zwischenbilanz hat eine alarmierende Kehrseite: Die Weiterführung der Blätter ist, um es klar zu sagen, ökonomisch in Frage gestellt.

Juni 1996

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In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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