Ausgabe Juni 1996

Editorial

In eigener Sache

7 452 bezahlte "Blätter"-Abonnements verzeichnet der IVW-Bericht für das 1. Quartal 1996. Viel für ein Periodikum dieser Qualität - aber zu wenig.

Kolumne

Israels Dilemma

Noch Mitte März hatte man sich geweigert, ihn zum Anti-TerrorGipfel nach Scharm el-Scheich einzuladen, doch wenige Wochen später wurde Syriens Präsident Hafez Assad als der einzige anerkannt, der Nordisrael vor Terrorismus beschützen könne.

Analysen und Alternativen

Störfall im Endlager der Geschichte

Bei dem folgenden Text handelt es sich nicht um eine Rezension von Daniel Goldhagens Hitler's Willing Executioners: Ordinary Germans and the Holocaust, das Ende März diesen Jahres im New Yorker Alfred A. Knopf Verlag erschienen ist. *) Es geht vielmehr um Inhalt und Tonlage der bisherigen deutschen Reaktionen auf Goldhagens Publikation.

Brüning pur

"Deutschland ist in der Tat das humoristischste Land von der Welt, aber ich versichere Ihnen, daß einiger Mut dazu gehört, um sein Publikum aufzusuchen. Jetzt schreiben! Wofür? Wenn die Weltgeschichte den Leuten die Hälse bricht, da ist die Feder überflüssig.

Die Legende vom Postfordismus

Spätestens seit den 80er Jahren hat sich auch die bundesdeutsche Debatte um die Moderne/Postmoderne aus ihrer anfänglichen Fixierung auf kulturphilosophische, künstlerische und ästhetische Fragen gelöst und sich zu einem umfassenderen wissenschaftlichen Diskurs über Charakter und Reichweite des gegenwärtigen technologischen und gesellschaftlichen Wandels entwi

Kurs auf Entstaatlichung

"Vittoria del Centro-Sinistra!" Den Schlagzeilen nach und den Aussagen der Wahlverlierer zufolge scheint alles wieder beim alten: Wie die meiste Zeit in den vergangenen 35 Jahren regiert in Italien nun wieder eine Mitte-Links-Koalition.

Dokumente zum Zeitgeschehen

Unentbehrlich in dieser Republik: die Blätter.

Die Blätter für deutsche und internationale Politik, die seit sieben Jahren ökonomisch wie politisch in redaktioneller Eigenverantwortung erscheinen, sind über Lagergrenzen hinweg zu einem Forum politisch-wissenschaftlicher Analyse und weiterführender Debatten geworden.

Bonner Manifest zum Ausstieg aus der Atomenergie vom 28. April 1996 (Auszüge)

Zehn Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl trafen sich vom 26.-28. April d.J. Natur- und Sozialwissenschaftler, Politiker sowie Vertreter der Anti-Atom-Bewegung in Bonn, um unter dem Motto "26. April 1986: Tschernobyl - Der Anfang vom Ende der Atomenergie" die Folgen der Havarie und die Chancen für eine Energiewende zu diskutieren.

Die Neue Transatlantische Agenda

Bei einem Gipfeltreffen zwischen den USA und der EU unter Vorsitz des spanischen Ministerpräsidenten Gonzalez unterzeichneten USPräsident Bill Clinton und der Präsident der EU Kommission Jacques Santer am 3. Dezember v.J. in Madrid die nachstehende "Neue Transatlantische Agenda". D. Red.

Wirtschaftsinformation

Multimedia: Fakten, Trends, Märkte

Mit Multimedia verhält es sich wie mit den meisten anderen Modewörtern der Technikberichterstattung auch: Obgleich noch kaum einer so recht weiß, was das eigentlich ist (oder sein könnte), die kursierenden Begriffsbestimmungen beliebig, die Anwendungen unklar und schnell aus der Tasche gezogene Marktprognosen meist unbelegt und voller Widersprüche sind, werden zun&auml

Chronik des Zeitgeschehens

Umweltinformation

Aufwind für regenerative Energien

Am 7. Dezember 1990 hat der Deutsche Bundestag das "Gesetz über die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien in das öffentliche Netz", kurz Stromeinspeisungsgesetz, beschlossen.

Kommentare

Italien und die europäische Linke

Bilanzieren wir einen Augenblick lang die Befindlichkeit der europäischen Linken in den 80er und 90er Jahren, so stellt eine Eigenschaft alles andere in den Schatten: ihre Fähigkeit zu trauern. Etwas lästerlich könnte man auch sagen: ihre Fähigkeit, zu lamentieren und vertanen Chancen nachzusinnen, ist schier grenzenlos.

Deutsche Interessen à la Kinkel

Drin ist nach wie vor dasselbe. Nur drauf steht inzwischen etwas anderes. Aus dem Kritischen Dialog mit Iran ist eine Politik der aktiven Einwirkung geworden. Und unter dem neuen Titel setzt sich der alte Trend fort. Das ganze droht zu einer unendlichen Geschichte zu werden.

Europa zu Zweit

Europa stirbt. Seit dem Abschluß des Vertrags von Maastricht hat es an Umfang unaufhörlich zugenommen, während es zugleich an Kraft verlor.

Muslimisch-kroatische Mesalliance

Darf man Friedensabkommen kritisieren? Verträge, die zum Inhalt haben, daß vom Tag der Unterschrift an Frieden herrscht statt Krieg? Wenn der Bürgermeister von Tuzla heute sagt, mit dem Friedensabkommen von Washington 1994 sei "alles noch schlimmer" geworden, ist das dann nicht unverantwortliches Geschwätz? Der Mann ein gefährlicher Spinner?

Berlin/Brandenburg: Meckerziegen in Wäremstuben

Die Fusion von Berlin und Brandenburg hatte bloß der Anfang einer umfassenden Reform des deutschen Föderalismus sein sollen; die Stadtstaaten Hamburg und Bremen sowie der kleinste der Flächenstaaten, das Saarland, standen in den alten Bundesländern ebenfalls zur Fusionierungsdisposition.