Noch Mitte März hatte man sich geweigert, ihn zum Anti-TerrorGipfel nach Scharm el-Scheich einzuladen, doch wenige Wochen später wurde Syriens Präsident Hafez Assad als der einzige anerkannt, der Nordisrael vor Terrorismus beschützen könne. Die letzten Endes erfolgreichen Bemühungen des US-Außenministers Warren Christopher und seines französischen Amtskollegen Hervé de Charette, Assads Kooperation in der Libanonkrise zu gewinnen, haben für ein "pathetisches" Spektakel gesorgt, wie es ein Diplomat vor Ort, seinerseits Franzose, formulierte: Sie "lagen ihm zu Füßen". Der nachfolgende Waffenstillstand war für Israel kein Erfolg und genausowenig für die Vereinigten Staaten, so sehr man sich auch in Washington und Tel Aviv darum bemühte, der Sache Glanz zu verleihen. Beide haben Schaden genommen. Möglicherweise vermochte sich Premierminister Schimon Peres Vorteile für den Urnengang am 29. Mai zu sichern. Und Bill Clinton wird sich höchstwahrscheinlich einer politischen Belohnung für seine Unterstützung Israels erfreuen.
Alle paar Jahrzehnte erlebt Europa einen Moment, an dem seine politischen Strukturen nicht mehr in die Zeit passen. Diese Momente haben die EU zu dem gemacht, was sie heute ist.