Mit Multimedia verhält es sich wie mit den meisten anderen Modewörtern der Technikberichterstattung auch: Obgleich noch kaum einer so recht weiß, was das eigentlich ist (oder sein könnte), die kursierenden Begriffsbestimmungen beliebig, die Anwendungen unklar und schnell aus der Tasche gezogene Marktprognosen meist unbelegt und voller Widersprüche sind, werden zunächst große Erwartungen geweckt, schillernde Zukunftsvisionen entwickelt und schon kurzfristig ganz außerordentliche Wachstumsraten mit Millionen von neuentstehenden Arbeitsplätzen versprochen. Nach einer Welle der Euphorie hält dann ebenso regelmäßig mit der Ernüchterung das eigentlich Naheliegende Einzug: Der Aufstieg zu neuen technischen Realitäten erweist sich immer wieder als lang und mühsam, dabei voll von nicht vorhergesehenen Verzweigungen, Sackgassen und z.T. hochgefährlichen Irrwegen.
In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.