Ausgabe Oktober 1996

Autonomisierung und Internationalisierung der Industrieforschung

In den Debatten über den Standort Deutschland und die Rolle der sogenannten Zukunftstechnologien bei der "Standortssicherung" ertönt gelegentlich der Ruf nach mehr forschungspolitischer Initiative der Bundesregierung. Derartige Forderungen, etwa in den Alternativprogrammen von SPD und DGB zum Bonner "Sparpaket", haben ihre Berechtigung.

Doch sie führen nicht selten auch zu einer Überbewertung der staatlichen Steuerungsmaßnahmen. Der überwiegende Teil der gesellschaftlichen Forschung und Entwicklung (FuE) wird in den führenden Industriestaaten innerhalb des privaten Wirtschaftssektors organisiert und durchgeführt. Dies ist in der Bundesrepublik nicht anders. Ihre Unternehmen sind nicht nur die mit Abstand bedeutendsten Träger, sondern auch die maßgeblichen Finanziers von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. In der privaten Wirtschaft findet nicht nur der größte Teil der gesamten FuE statt - mit 52,1 Mrd. DM oder 66,1% entfielen hierzulande 1995 etwa zwei Drittel der gesamten Bruttoinlandsausgaben für FuE (1995: 78,8 Mrd. DM) auf diesen Sektor. Mit 60,3% finanziert die Wirtschaft zudem ca. drei Fünftel der FuE-Gesamtausgaben der Bundesrepublik (1995: 81,0 Mrd.

Oktober 1996

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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