Ausgabe Juni 2025

Riskante Reparaturen am Planeten

Warum Climate Engineering erforscht und kontrolliert werden muss

Symbolbild: Climate Engineering (IMAGO / Zoonar)

Bild: Symbolbild: Climate Engineering (IMAGO / Zoonar)

Es könnte so viel besser, so viel weniger dramatisch sein. Wenn nur die Weichen in den letzten Jahrzehnten richtig gestellt worden wären – bei der Produktion von Strom, bei Heizung und Kühlung, bei der Mobilität, bei der Art des Wirtschaftens. Spätestens mit der Klimarahmenkonvention vor mehr als 30 Jahren waren die Gefahren und Risiken, die aus dem menschengemachten Klimawandel resultieren, allgemein bekannt. Dennoch steigen die weltweiten Emissionen noch immer – trotz unbestrittener Erfolge in Sachen Emissionsreduzierungen in einigen Teilen der Welt, etwa in Europa. Regelmäßig stellen Studien fest, dass die Menschheit nicht „on track“ ist und wir daher mit einer Temperatursteigerung deutlich über zwei Grad rechnen müssen. Zu den unvermeidbaren Folgen gehören immer mehr und immer schlimmere Extremwetterereignisse. Ereignisse, die viele Menschen das Leben kosten und kaum kalkulierbare Schäden auslösen können.

Ferner ist bekannt, dass es schon bei mehr als 1,5 Grad Erwärmung gegenüber dem vorindustriellen Niveau immer wahrscheinlicher wird, dass sich Erdsysteme fundamental verändern werden. Die Folgen solcher Veränderungen, die sehr anschaulich als Kipppunkte bezeichnet werden, sind erstens kaum kalkulierbar und zweitens irreversibel – jedenfalls in für Menschen relevanten Zeiträumen. Und drittens wären die Auswirkungen kaum mehr steuerbar.

»Blätter«-Ausgabe 6/2025

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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