Ausgabe Juni 2025

Riskante Reparaturen am Planeten

Warum Climate Engineering erforscht und kontrolliert werden muss

Symbolbild: Climate Engineering (IMAGO / Zoonar)

Bild: Symbolbild: Climate Engineering (IMAGO / Zoonar)

Es könnte so viel besser, so viel weniger dramatisch sein. Wenn nur die Weichen in den letzten Jahrzehnten richtig gestellt worden wären – bei der Produktion von Strom, bei Heizung und Kühlung, bei der Mobilität, bei der Art des Wirtschaftens. Spätestens mit der Klimarahmenkonvention vor mehr als 30 Jahren waren die Gefahren und Risiken, die aus dem menschengemachten Klimawandel resultieren, allgemein bekannt. Dennoch steigen die weltweiten Emissionen noch immer – trotz unbestrittener Erfolge in Sachen Emissionsreduzierungen in einigen Teilen der Welt, etwa in Europa. Regelmäßig stellen Studien fest, dass die Menschheit nicht „on track“ ist und wir daher mit einer Temperatursteigerung deutlich über zwei Grad rechnen müssen. Zu den unvermeidbaren Folgen gehören immer mehr und immer schlimmere Extremwetterereignisse. Ereignisse, die viele Menschen das Leben kosten und kaum kalkulierbare Schäden auslösen können.

Ferner ist bekannt, dass es schon bei mehr als 1,5 Grad Erwärmung gegenüber dem vorindustriellen Niveau immer wahrscheinlicher wird, dass sich Erdsysteme fundamental verändern werden. Die Folgen solcher Veränderungen, die sehr anschaulich als Kipppunkte bezeichnet werden, sind erstens kaum kalkulierbar und zweitens irreversibel – jedenfalls in für Menschen relevanten Zeiträumen. Und drittens wären die Auswirkungen kaum mehr steuerbar.

»Blätter«-Ausgabe 6/2025

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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