Ausgabe Februar 2026

Blackout: Die imperiale Lebensweise lässt sich nicht »abschalten«

Menschen am Bahnhof Wannsee in Berlin Zehlendorf während des Stromausfalls in Folge einer Sabotage-Aktion im Januar 2026 (IMAGO / Mauersberger)

Bild: Menschen am Bahnhof Wannsee in Berlin Zehlendorf während des Stromausfalls in Folge einer Sabotage-Aktion im Januar 2026 (IMAGO / Mauersberger)

Fünf lange Tage waren zehntausende Haushalte und mehr als 2000 Unternehmen bei eisigen Temperaturen im Berliner Südwesten Anfang Januar ohne Strom und ohne Heizung. Ausgelöst wurde der Stromausfall durch einen Brandanschlag auf eine wichtige, oberirdisch verlaufende Kabelbrücke des Berliner Stromnetzes. Dazu bekannte sich bereits am selben Tag eine sogenannte Vulkangruppe, die den Anschlag in einem Bekennerschreiben als politischen Widerstandsakt gegen einen die Welt zerstörenden Kapitalismus begründete.[1]

Die politische Ausrichtung und Argumentation der mutmaßlichen Täter:innen findet sich gleich zu Beginn des ersten Bekennerschreibens: »Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten. Wir können das Ende der imperialen Lebensweise einleiten. Wir können den Raubbau an der Erde stoppen.«[2] Damit machen sich die Autor:innen den von uns bereits 2017 geprägten Begriff der »imperialen Lebensweise« zu eigen: Darunter verstehen wir eine Produktions- und Lebensweise, die darauf beruht, dass man sich weltweit Natur und Arbeitskraft zunutze macht und die dabei anfallenden sozialen und ökologischen Kosten externalisiert, wesentlich vorangetrieben von mächtigen wirtschaftlichen Interessen. Sie betrifft grundsätzlich alle Menschen in Europa und Nordamerika, aber beschreibt insbesondere ein ausbeuterisches Nord-Süd-Verhältnis.[3]

Damit setzen wir kein moralisches Argument.

»Blätter«-Ausgabe 2/2026

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