Ausgabe November 1997

Das Menetekel von Hamburg

Strategieprobleme und Strukturkrise der SPD

Die SPD und ihre Wähler: Das ungelöste strategische Dilemma

Die SPD hat es nicht einfach mit ihren Wählern. Keine andere Partei kämpft mit einem so heterogenen Wählerpotential, niemand muß so unterschiedliche, oftmals gegensätzliche Werte, Lebensstile und Interessen unter einen Hut bringen wie die Sozialdemokraten. Die potentielle SPD-Wählerschaft zerfällt in vier Segmente 1):

Sozialdemokratischer Mainstream: Dies sind die Wähler, die normalerweise als "sozialdemokratische Stammwähler" oder "kleine Leute" bezeichnet werden: Facharbeiter, sowie kleine und mittlere Angestellte und Beamte mit starker gewerkschaftlicher Orientierung.

Sozialdemokratische Intelligenz: Eine zweite für die SPD relevante Wählergruppe besteht aus Teilen der administrativen, technischen, ökonomischen und kulturellen Intelligenz, formal hoch gebildet und gut verdienend. Von der Partei erwartet diese Gruppe wirtschaftliche Modernisierung und soziale Gerechtigkeit.

Sozialdemokratischer Postmaterialismus: Auch diese Wähler stammen zumeist aus den modernen Mittelschichten, doch zeichnen sie sich im Gegensatz zur sozialdemokratischen Intelligenz durch eine ausgeprägt postmaterialistische Orientierung, also eine Vorliebe für Umwelt- oder Bürgerrechtsfragen, aus.

November 1997

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