Seit dem Putsch des Militärs vormehr als sechs Jahren durchzieht eine Blutspur des Terrors Algerien. Zunächst wurden Intellektuelle, Künstler und Schriftsteller ermordet, später Journalisten, Polizisten, Soldaten und Ausländer, die angeblich mit den Machthabern kollaborierten. Immer wieder werden neue Massaker gemeldet, denen ganze Familien und Dorfgemeinschaften zum Opfer fallen - gleichzeitig scheint die Regierung in Algier außerstande, wirksam gegen den Terror vorzugehen (Vgl. auch das "Blätter"-Gespräch mit Sabine Kebir, in: "Blätter" 1/1998). Am 5. März lud der WDR zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel "Algerien - Auswege aus der Krise?" in die Volkshochschule Essen ein. Der Einladung folgten Louisa Hanaune, Präsidentin der algerischen Arbeiterpartei, Dr. Werner Hoyer, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Samuel Schirmbeck, seit 1991 Korrespondent in Rabat und Algier, und Prof. Reinhard Schulze, Islam-Wissenschaftler an der Universität Bern. Moderiert wurde die Veranstaltung von Vera Drechmann, stellvertretende Wellenchefin von WDR Radio 5. In Kooperation mit den Beteiligten erarbeitete Helena Sabbagh die folgende "Blätter"-Version - D. Red.
In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert.