Ausgabe Mai 1998

Algerien - Wege aus der Krise?

Seit dem Putsch des Militärs vormehr als sechs Jahren durchzieht eine Blutspur des Terrors Algerien. Zunächst wurden Intellektuelle, Künstler und Schriftsteller ermordet, später Journalisten, Polizisten, Soldaten und Ausländer, die angeblich mit den Machthabern kollaborierten. Immer wieder werden neue Massaker gemeldet, denen ganze Familien und Dorfgemeinschaften zum Opfer fallen - gleichzeitig scheint die Regierung in Algier außerstande, wirksam gegen den Terror vorzugehen (Vgl. auch das "Blätter"-Gespräch mit Sabine Kebir, in: "Blätter" 1/1998). Am 5. März lud der WDR zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel "Algerien - Auswege aus der Krise?" in die Volkshochschule Essen ein. Der Einladung folgten Louisa Hanaune, Präsidentin der algerischen Arbeiterpartei, Dr. Werner Hoyer, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Samuel Schirmbeck, seit 1991 Korrespondent in Rabat und Algier, und Prof. Reinhard Schulze, Islam-Wissenschaftler an der Universität Bern. Moderiert wurde die Veranstaltung von Vera Drechmann, stellvertretende Wellenchefin von WDR Radio 5. In Kooperation mit den Beteiligten erarbeitete Helena Sabbagh die folgende "Blätter"-Version - D. Red.

Mai 1998

Sie haben etwa 3% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 97% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2020

In der Juni-Ausgabe analysiert die Journalistin Kate Aronoff, wie sich Corona-Pandemie, Verschuldung und Klimawandel im globalen Süden zu einer dreifachen Krise verschränken. Die Ökonomen Emmanuel Saez und Gabriel Zucman zeigen, wie die einst progressive Steuerpolitik der USA durch eine systematische Bevorzugung der Reichen abgelöst wurde. Der Agrarwissenschaftler Knut Ehlers und der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, plädieren für eine radikale Transformation der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit. Und »Blätter«-Redakteur Steffen Vogel ergründet den Zusammenhang zwischen Verschwörungsglaube und Popkultur.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Afrika: Die zweifache Katastrophe

von Simone Schlindwein

Es sind grausame Szenarien, die für Afrika projiziert werden. Von „zehn Millionen Toten“ durch das Coronavirus auf dem Kontinent warnte Microsoft-Gründer Bill Gates bereits im Februar: Ein massiver Ausbruch würde die ohnehin maroden Gesundheitssysteme Afrikas „überwältigen“ und dadurch zu einem Massensterben führen, erklärte er. Die Warnung Gates‘ kam nur wenige Stunden bevor in Ägypten der erste Covid-19-Fall auf dem Kontinent bestätigt wurde. Seitdem breitet sich das Virus stetig weiter gen Süden aus und mit ihm auch die Angst.