Ausgabe Mai 1998

Gesellschaft des langen Lebens

Einige Schlußfolgerungen aus dem demographischen Wandel

Wenn vom demographischen Wandel die Rede ist, dann meist mit negativen Konnotationen: "Altenberg", "Generationenvertrag ohne Zukunft" oder "Generationenkrieg" sind die Stichworte und Schlagzeilen. Da das Thema Alter, nicht nur wegen der damit meist verbundenen Rentendebatte, eher negativ gesehen wird - Fachleute sprechen von der "social-problem"-Perspektive -, scheut sich manch einer der zuständigen Politiker gar, das Wort "Seniorenpolitik" in den Mund zu nehmen, wo doch z.B. dem Begriff "Jugendpolitik" nichts Anrüchiges anhaftet. Schon vor einiger Zeit verlangte der Bundestagsausschuß für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von der EU-Kommission, in ihren Empfehlungen auf den Begriff der "Überalterung" zu verzichten. Doch das noch vorherrschende negative Altersbild läßt sich nicht von heute auf morgen und nicht durch Beschluß verändern.

Wie auch immer die Etikettierungsfragen gelöst werden: Die Entwicklungen, um die es geht, sind in Ansätzen bekannt, und die Gesellschaften werden das Beste daraus machen müssen. Vor wenigen Wochen hat die Bundesregierung ihren zweiten Altenbericht über die Lebenssituation deutscher Senioren vorgelegt.

Mai 1998

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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