Die algerischen Präsidentschaftswahlen vom 15. April haben die Versprechen des Wahlkampfs nicht erfüllt. Der Rückzug der Kandidatur von sechs der sieben Bewerber (Mouloud Hamrouche, Ahmed Taleb Ibrahimi, Hocine Ait-Ahmd, Youcef Kalib, Abdullah Djaballah und Mokdad Sifi) hat das regierungsamtliche Ergebnis jeder Glaubwürdigkeit geraubt und dem neuen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika - wie zu Zeiten der Einheitspartei einziger Kandidat - einen schwierigen Start bereitet. Er hat das höchste Amt im Staat ohne die Legitimität angetreten, die er zur Stabilisierung der Lage eines seit sieben Jahren in der politischen Krise steckenden Landes gebraucht hätte. Der von den anderen Kandidaten kritisierte Status quo ist so erhalten geblieben. Zumindest an der Oberfläche hat sich seit der Ära von Bouteflikas Vorgänger, Liamine Zeroual, nichts geändert. Es genügt, sich das aktuelle politische Personal anzuschauen, das identisch geblieben ist - weder im Wahlkampf noch nach der Wahl ist in Ahdelaziz Bouteflikas Umfeld eine einzige unverbrauchte Persönlichkeit aufgetaucht -, um festzustellen, daß das herrschende System sich selbst perpetuiert hat.
Der 30. Juni 2026 war ein denkwürdiger Tag in Südafrika. Bis zu dieser Deadline sollten alle illegalen Migrant:innen Südafrika verlassen haben, hatten die Organisatoren des für dieses Datum ausgerufenen Protesttags zuvor wochenlang und zunehmend lautstark gefordert.