Ausgabe August 2000

Der Anfang vom Ende der Zanukratie

Robert Mugabe und die Krise in Zimbabwe

Es war einmal ein Land in Afrika, dessen jahrzehntelanger Kampf gegen die Herrschaft einer kleinen weißen Oberschicht am Verhandlungstisch gewonnen wurde. Ein Land, dessen neue politische Führung in freien und demokratischen Wahlen gewählt wurde und dessen Verfassung als Vorbild für den gesamten Kontinent galt. Dessen Reichtum an Ressourcen und Produktionsmitteln Hoffnung auf ein afrikanisches Wirtschaftswunder machte. Dessen schwarzer Präsident, ein gefeierter Held des Unabhängigkeitskampfes, der weißen Minderheit die Hand zur Versöhnung reichte. Simbabwe - 1980 hielt die Welt das ehemalige Rhodesien für ein Musterbeispiel gelungener Entkolonialisierung. Die Politik von Präsident Robert Mugabe und seiner Zimbabwe African National Union (ZANU) mit Investitionen in den Bildungs- und Gesundheitssektor sowie mit ihrer kompromisslosen Haltung gegenüber Apartheid-Südafrika wurde gelobt und mit Entwicklungshilfe belohnt.

Heute - 20 Jahre nach der Unabhängigkeit von Großbritannien - hat sich das Bild radikal geändert. Das Land weißer Farmer wird von sogenannten "Kriegsveteranen" besetzt, während die Polizei tatenlos zuschaut. Es gibt Tote und Verletzte bei Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Regierungspartei und der Opposition. Während sich Simbabwe in einer schweren Wirtschaftskrise befindet, führt die Regierung im benachbarten Kongo einen verlustreichen und teuren Krieg.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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