Ausgabe März 2000

Coole Leute mit heißen Jobs

Neue Selbständige in einer Vorreiterbranche

"Er sah sich nun einem sich ständig wandelnden Netz von Geschäftsbeziehungen unterworfen: Jeder Anruf mußte beantwortet, noch die flüchtigste Bekanntschaft ausgebaut werden. Um Aufträge zu bekommen, ist er von der Tagesordnung von Personen abhängig geworden, die in keiner Weise gezwungen sind, auf ihn einzugehen." So charakterisiert der amerikanische Soziologe Richard Sennett in seinem Buch "Der flexible Mensch" die Situation selbständiger Auftragnehmer. 1) Das traditionelle Normalarbeitsverhältnis existiert für einen wachsenden Teil der Erwerbsbevölkerung nicht mehr. Die jahrzehntelang prägenden Strukturen der Industriegesellschaft lösen sich auf. In den Fabriken verlieren Arbeiter durch den technischen Fortschritt ihre Stelle, in den Büros verliert die klassische Angestelltentätigkeit von acht bis fünf an Bedeutung. Die bunte, immer wieder unterbrochene Berufslaufbahn wird zur Regel: Die Stelle ist ohnehin nur befristet, von einem Tag auf den anderen kommt die Kündigung, aus dem Vollzeitarbeitsplatz kann plötzlich ein Teilzeitjob werden, es folgt der keineswegs immer freiwillige Sprung in die berufliche (Schein)Selbständigkeit.

Zukunftsforscher entwerfen das Szenario einer "Zwanzig zu Achtzig-Gesellschaft".

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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