Ausgabe Mai 2000

Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Geschlechter?

Zum Gesetzentwurf der rot-grünen Bundesregierung

In der Bundesrepublik ist ein zentrales familienpolitisches Problem - die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Geschlechter - bisher nur äußerst unzureichend gelöst. Das geltende Recht zielt in seinen Wirkungen auf einen längeren Ausstieg von Frauen aus der Erwerbstätigkeit ohne eigenständige Existenzsicherung, verhindert in hohem Maße die Gleichzeitigkeit von Kindererziehung und Beruf, verbunden mit den Schwierigkeiten des Wiedereinstiegs, der Entwertung beruflicher Qualifikationen und häufig verschlechterten Arbeitsmarktpositionen. Im Koalitionsvertrag haben SPD und Grüne festgehalten, daß Familie und Beruf besser zu vereinbaren sein "müssen", und die Weiterentwicklung von Erziehungsgeld und -urlaub sowie einen Ausbau der Kinderbetreuungsangebote für alle Altersgruppen angekündigt. Nun legt die Bundesregierung einen Gesetzentwurf vor. Führt die beabsichtigte Reform zu Veränderungen des traditionellen Geschlechterarrangements? Und wie effektiv sind die Regelungen in bezug auf eine Politik der Chancengleichheit?

Rechtliche Defizite und empirische Befunde

Seit seinem Inkrafttreten 1986 wurde das Bundeserziehungsgeldgesetz mehrfach geändert und der Erziehungsurlaub immer wieder verlängert.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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