Mitte Juni warnte der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU) vor verstärkten Bemühungen von Rechtsextremisten, "in akademischen Burschenschaften und damit an Hochschulen Einfluss zu gewinnen." 1) Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Münchner Burschenschaft Danubia, die Prager Burschenschaft Teutonia zu Regensburg und die Burschenschaft Frankonia Erlangen - alle drei Mitglied in der Deutschen Burschenschaft (DB), einem der größten verbindungsstudentischen Dachverbände mit etwa 15 000 Mitgliedern. Nach Angaben Becksteins habe bei der Teutonia, die auf dem Burschentag 2000 zur Vorsitzenden für das Geschäftsjahr 2001/02 gewählt worden war, unter anderem der NPD-Funktionär Jürgen Schwab - Mitglied der Prager Burschenschaft Thessalia zu Bayreuth und ehemals im Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit der DB tätig - referiert, in der Frankonia gebe es Richtungskämpfe zwischen einem demokratischen und einem extremistischen Flügel, und die Danubia habe "wiederholt ein Forum für Auftritte mit verfassungsfeindlichem Inhalt gegeben" 2), in dessen Rahmen unter anderem "der Cheftheoretiker des rechtsextremen Deutschen Kollegs, Reinhold Oberlercher, der NPD-Funktionär Horst Mahler und der verurteilte Südtirol-Terrorist Peter Kienesberger" aufgetreten seien.
In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.