Ausgabe Februar 2001

Migration und Asyl im geteilten und vereinigten Deutschland

In der Geschichte von transnationaler Migration und staatlicher Migrationspolitik gab es im geteilten Deutschland unterschiedliche und zum Teil gegensätzliche Entwicklungen und Erfahrungen. Deshalb brachten die einander fremd gewordenen Deutschen in den Prozeß der Vereinigung auch unterschiedliche his gegensätzliche Erfahrungen im Umgang mit zugewanderten Fremden ein. Wir überblicken in zwei Längsschnitten zur Geschichte der Arbeitswanderung und zur Geschichte von Flucht und Asyl die Entwicklung im geteilten und im vereinigten Deutschland.

In der Bundesrepublik Deutschland wurde das "Wirtschaftswunder" auf der Arbeitsmarktseite von drei großen Zuwanderungsschüben getragen: Nach dem Zweiten Weltkrieg waren zunächst ca. 12 Millionen deutsche Flüchtlinge und Vertriebene in die drei westlichen Besatzungszonen geströmt. Nach der Gründung der beiden deutschen Staaten 1949 wanderten bis zum Bau der Mauer 1961 ca. 3,1 Millionen Deutsche von Ost- nach Westdeutschland (aber auch rund 400 000 in umgekehrter Richtung). Seit Mitte der 50er Jahre - nur zehn Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Zwangsarbeiterbeschäftigung - trat erneut Ausländerbeschäftigung in großem Umfang hinzu.

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