Acht Jahre sind seit der Unterzeichnung der Klimaschutzkonvention bei der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung von Rio (UNCED) vergangen. In Bonn wurde 1996 das Klimasekretariat der Vereinten Nationen (UNFCCC) eingerichtet. Die Ziele sowie ein Rahmen für Instrumente und Mechanismen, mit denen die Reduktion von Treibhausgas-Emissionen erreicht werden soll, sind 1997 bei der 3. Vertragsstaatenkonferenz in Kyoto (COP-3) im sogenannten "KyotoProtokoll" festgelegt worden. Die nunmehr 6. Vertragsstaatenkonferenz (COP-6) hätte in Den Haag vom 13. bis zum 24. November 2000 all jene noch strittigen Details und offenen Fragen des Kyoto-Protokolls klären sollen, die in Bonn im November 1999 offen geblieben waren. 1) Ein Erfolg in Den Haag hätte bedeutet, dass das Protokoll anschließend von einer ausreichenden Zahl von Regierungen hätte ratifiziert werden können, um im Jahr 2002 zehn Jahre nach Rio - schließlich in Kraft zu treten. Das Protokoll wird rechtlich nur dann bindend, wenn es von mindestens 55 Staaten ratifiziert wird, zu denen Industrieländer mit zusammen mindestens 55% der Treibhausgas-Emissionen der Industrieländer insgesamt gehören müssen. Ratifiziert haben zwar schon 30 Länder, darunter aber kein einziges Industrieland.
In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.