Ausgabe Juni 2001

Demokratisch, praktisch gut?

Das Europa der Regionen und die Osterweiterung

Das "Europa der Regionen", so scheint es, ist das Europa der Zukunft. Der traditionelle europäische Nationalstaat kann die Aufgaben, die ihn einst charakterisierten, nicht mehr ausreichend erfüllen: Er wird durch gleichzeitige Entwicklungen wie die wirtschaftliche Globalisierung und die zunehmenden internationalen sozialen, ökologischen und (sicherheits-)politischen Interdependenzen von oben sowie durch die regionalistischen Bewegungen von unten in Frage gestellt: In der Folge gibt er Kompetenzen an die Europäische Union und die Regionen ab und ist nur noch ein Akteur im DreiEbenen-System der EU. Evidenzen für diese Veränderungen in Richtung eines "Europa der Regionen" gäbe es, so meinen jedenfalls die zahlreichen Vertreter dieser Interpretation des europäischen Einigungsprozesses, genug: Haben nicht viele EU-Mitgliedsstaaten in den letzten Jahren auf die Forderungen der regionalistischen Bewegungen reagiert und Kompetenzen an die Regionen abgegeben bzw.

Sie haben etwa 3% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 97% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe August 2020

In der Augustausgabe beleuchtet Masha Gessen die clanartigen Strukturen von Trumps Mafia-Staat. Michael Tomasky sieht den designierten Präsidentschaftskandidaten Joe Biden auf dem Weg nach links – und erkennt bei dem US-Demokraten gar rooseveltsche Ambitionen. Wieslaw Jurczenko analysiert die Ursachen des Wirecard-Desasters und damit das Totalversagen der deutschen Finanzaufsicht. Raul Zelik fordert, die Eigentumsverhältnisse wieder in den Blick zu nehmen, um so den Sozialismusbegriff wiederzubeleben. Und Klaus Vieweg befreit Hegel, der vor knapp 250 Jahren geboren wurde, vom Totalitarismusverdacht.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema