Ausgabe März 2001

Die Ruhe nach dem Sturm

Die 68er-Opposition, die 70er Jahre, der Terrorismus - diese Trendthemen kommerziell ausschlachten zu wollen, kann man Christian Petzolds neuestem Werk das als Parallele zu Schlöndorffs Die Stille nach dem Schuß gehandelt wird, nicht vorwerfen. Denn dazu ist Die innere Sicherheit ein viel zu ruhiger, leiser Film. Er erzählt vom Leben im Untergrund, das eine Familie 15 Jahre "danach" führen muß, weil die Eltern von der Polizei gesucht werden. Sie können sich eben nicht, wie es eine Utopie der radikalen Verweigerung von Staat und Autorität einmal glauben machen wollte, "wie ein Fisch im Wasser" in der Bevölkerung bewegen, die Unterstützer wenden sich ab oder werden verhaftet, die vergrabenen Gelddepots reichen nicht mehr lange.

Es braucht eine kleine Weile, bis man merkt, daß der Titel erst in zweiter Linie jenes Schlagwort meint, mit dem die Hatz auf Terroristen und ihr Umfeld, die Verfolgung jeglichen abweichenden Denkens damals legitimiert wurde. Der Film interessiert sich eher für den Verlust der inneren Sicherheit seiner Protagonisten und die Folgen für ihr Zusammenleben.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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